Coaching

Der Begriff „Coaching“ wird heute inflationär gebraucht, weil er als Begriff nicht geschützt ist. Wohl aber ist die Ausübung von Beratungen in bestimmten Bereichen geschützt, und zwar durch die Gewerbeordnung: Gemäß § 119 der Gewerbeordnung bedarf es für die Beratung und Betreuung von Menschen insbesondere im Zusammenhang mit Persönlichkeitsproblemen, Ehe- und Familienproblemen, Erziehungsproblemen, Berufs- und sexuellen Problemen einer Gewerbeberechtigung für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung (www.jusline.at).nnFür das Ausüben der Tätigkeit Coaching wird in Österreich eine entsprechende Gewerbeberechtigung gefordert. Coaching unterscheidet sich durch ein wesentliches Merkmal klar von der klassischen, fachlichen Beratung vieler Dienstleistungsbereiche. Coaching ist Prozessbegleitung und beruht auf Gleichwertigkeit, Freiwilligkeit und Vertrauen. Die Voraussetzung dafür ist eine tragfähige Beziehung zwischen Coach und Klient. Der Klient bestimmt den Weg, der Coach ist sein Begleiter.nnDaher sollte ein Coach ein klares Rollenverständnis haben, sein Menschenbild und seine Einstellungen kennen und sich damit auseinander gesetzt haben. Er sollte die eigene Motivation und Absichten kritisch überprüft haben und über ein fundiertes Methodenset sowie eine entsprechende Ausbildung mit einem umfassenden Selbsterfahrungsteil verfügen. Der Coach muss neben fachlichen Kompetenzen, einer Kombination aus betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und psychologischen Kenntnissen auch umfangreiche persönliche Kompetenzen aufweisen. nnDie Gewohnheiten und Routinen von Menschen und Organisationen können dazu führen, dass dringend notwendige Veränderungen verhindert bzw. unmöglich werden. Das gilt sowohl für Menschen als auch für Unternehmen bzw. Organisationen.n nWelche Herausforderungen für das Coaching ergeben sich daraus? Das zentrale Thema „Veränderung“ kann nur durch Irritationen des Systems erreicht werden. Diese Interventionen können niemals determinieren, sondern nur irritieren. Kommunikation ist die basale Operation von Systemen. Der Coach fungiert dabei als Beobachter. nnFür Interventionen im Coaching heißt das, n

1. Patentrezepte haben ausgedient, der Klient hat die Arbeit im Coaching im Wesentlichen selbst zu leisten. Interventionen müssen aus der Logik des jeweiligen Systems erfolgen. Ein Berater braucht Wissen, Erfahrungen und Intuition in Bezug auf die Operationsmodi des Systems, er darf seine Interventionen nicht auf eigene Vorstellungen gründen, nicht beurteilen, was „richtig oder falsch“ sei.
2. Struktur und Prozess des Klientensystems muss im Coaching weiter differenziert werden, die Subsysteme in der Umwelt des Klienten, z.B. im Familiensystem, beruflichen Systemen etc., sind in Bezug auf ihre Relevanz zu identifizieren.
3. Die basale Zirkularität und die Variationsmöglichkeiten der jeweils beobachteten Subsysteme des Klienten müssen identifiziert werden. Es stellt sich die Frage: Wie erhält der Klient sein Problem aufrecht? Was macht für den Klienten Sinn? Dazu müssen die Elemente, in dem Fall Gedanken und Kommunikationsmuster benannt und reflektiert werden.
4. Die Bedingungen für die Integrationsmöglichkeit des Klientensystems samt Umwelt- und Subsystemen müssen erfasst und evaluiert werden.